Uferwiesenpflege am Sagentobelbach

Nach der morgendlichen Versammlung packte jeder von uns eine Sense, einen Rechen oder einen Stoffsack unter den Arm, dann machten wir uns auf den Weg nach Stettbach. Beim Einsatzort angekommen, inspizierten wir das Einsatzgebiet und erklärten unsere Ziele: Die Erhaltung der Magerwiese und die Bekämpfung der Neophyten, konkret des Rotklees und der Luzernen. Also machten wir uns ans Werk und begannen damit, die unerwünschten Pflanzen samt Wurzel auszureissen.

Am Nachmittag konnte ich mich mit einem traditionellen und doch aktuellen Handwerk befassen: Der Mahd mit der Sense. Nach einer kurzen Einführung stand ich bereits am Hang und schwang die Sense voller Elan. Zugegeben, manch ein Bergbauer hätte meine Technik belächelt. Doch nach weiteren zwei Stunden war der Griff fest und der Schwung in grossem Bogen vorhanden. Wie ich gelernt habe, bietet die Handsense auch heute entscheidende Vorteile gegenüber einem Freischneider oder einer Motorsense. Während der Freischneider das Gewächs mehrmals durchtrennt, kann die Handsense mit einem einzelnen Schnitt dasselbe Resultat erreichen. Dadurch wird die Tierwelt geschont und das Gras nicht unnötig zerkleinert. Eine Magerwiese, wie diejenige in Stettbach, wird jährlich zweimal gemäht, um eine Verbuschung zu verhindern. Dabei wird jeweils der wertvollere Teil der Wiese belassen, damit die erwünschten Arten nicht zurückgehen.

Nach diesen Prinzipien konnten wir das Einsatzgebiet in Stettbach aufwerten. Hinterlassen haben wir eine magere, von Neophyten befreite Wiese und den einen oder anderen Tropfen Schweiss. Rückblickend denke ich an einen ausgiebigen Tag mit vielen neuen Erkenntnissen und aussergewöhnlichen Erlebnissen. Ich konnte die Uferwiesenpflege praktisch erfahren und habe dadurch eine bessere Vorstellung von manueller Feldarbeit im Naturschutzgebiet erhalten.

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